Presse

Kalte Badewannen und Brustgrössen

Montag, den 28. März 2011 um 16:04 Uhr

Mit Tink.ch sprechen die Jungs von Rapbau über ihre neue Platte "3πR", den Videodreh, Veränderung, Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Vorlieben.

Knapp einen Monat, nachdem die neue CD "3πR" erschienen ist, sitzen die drei Mitglieder von Rapbau Amadis Brugnoni (23), Raphael Pfister (21) und Marco Schock (23) Tink.ch bei Tee und Limonade Rede und Antwort. "Mathekönner erkennen sofort, dass die Formel des Albums frei erfunden ist", sagt Raphael und schmunzelt. Die Drei steht für die drei Mitglieder, π für die Musik und R für Rapbau. "Es kann auch anders ausgelegt werden", meint Marco, "Aber es ist kein Konzepttitel, nach dem wir unsere Songs ausgerichtet haben".

Für ihre zweite Scheibe haben Rapbau das Projekt "Band" ausgebaut. Als besonders schwierig erwies sich die Koordination, um mit allen Musikern zeitgleich zu arbeiten. "Wir haben schon Probleme, uns zu dritt zu verabreden", so Amadis. Geklappt hat es am Ende trotzdem, so kommen die neuen Songs teilweise funkig und melodiös daher. Weg vom Rap? "Nein, natürlich nicht", antwortet Raphael, "nur weil wir keine Gangsta Rapper sind, heisst das noch lange nicht, dass wir keinen Hip-Hop machen". Und Amadis ergänzt: "Hip-Hop darf von der Musik her anspruchsvoller sein."

Zu "Was blyybt" haben Rapbau im Januar unter der Regie von reverse einen Videoclip gedreht. "Es war arschkalt!", erinnern sich Marco und Raphael. Amadis grinst: "Ich war gar nicht dabei. Urlaub in Neuseeland." Böse Blicke fliegen in seine Richtung. "Es mag nicht immer den Anschein haben, aber wir mögen uns. Wirklich", so Marco. Und: Kompromissbereiter seien sie geworden seit ihrer ersten CD, die 2009 erschienen ist. Ansonsten sind sie noch dieselben.

Tink.ch fragt nach: Was unterscheidet die Rapbau-Mitglieder denn voneinander? In Film- und Frauenvorlieben? Oder Freizeitaktivitäten? "Also Amadis mag grosse Brüste, Marco kleinere und ich was dazwischen. Oder wars umgekehrt?", albert Raphael herum. Die Diskussion entbrennt. Ist es die Fortbewegungsart? Amadis ist auf der Vespa unterwegs, Raphael Velofahrer aus Leidenschaft und Marco bekennender Unterstützer des ÖVs. Zu einem richtigen Abschluss kommen die drei am Ende nicht. Nach dem Interview wollen sie noch proben. Doch es geht zeitlich nicht auf. Zwei Tage später kann Marco nicht und drei Tage später ist Amadis den ganzen Tag schon ausgebucht.

Plattentaufe ist am - kein Aprilscherz - 1. April 2011, um Mitternacht im Rahmen der BScene im Volkshaus Basel.

Erschienen: 28.03.2011
Geschrieben von Jasmin Back
Quelle: http://www.tink.ch/new/article/2011/03/28/kalte-badewannen-und-brustgroessen/



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Von Hoffnungsträgern und Möchtegern-Stars (Auszug)

Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 22:58 Uhr

Nicht weniger als vier Rap-Alben aus der Region erscheinen diesen Februar. Das ist beachtlich, zeichnet sich die Rapregion Basel doch – trotz reichlich vorhandenem Talent – dadurch aus, dass es viele Rapper nicht auf die Reihe kriegen, ihre Kreativität auf einem Tonträger zu bündeln. Umso erfreulicher also der Release-Reigen von Rapbau, Kush, Ay-Cut und L-Montana.

[...]

Während die Musik von Kush direkt aus dem Bauch kommt und den Hörer mitten in die Magengrube trifft, entstammen die Texte bei Rapbau eher der Kopfregion. Kopfschüsse sozusagen. Die zweite CD «3πR» des Basler Trios erschien am 2. Februar und beinhaltet philosophische Ergüsse («Was blybt»), eine reggae-geschwängerte Hommage an Basel («Summer in dr Stadt») und viel funky Gesellschaftskritik. Zum Beispiel auf «Schöni neui Wält», wo es heisst: «Scho elei will si vorgitt, was wohr sig, hett d Struktur immer vor dr Moral Vortritt. (…) Bisch e Produkt vom globale Märt und gisch e Figg uf unseri lokale Wärt.» Zeitweise wirken die Texte der Rapper Otaku und Trigger MC etwas zu verkopft. Und an manchen Textstellen wären etwas weniger Silben der Verständlichkeit – und dem Rapflow – zuträglich gewesen. Die Sample-lastigen Beats von Produzent MR. L.I.M.E. wurden über weite Strecken mit E-Gitarre und E-Bass, aber auch mit Saxophon oder Klarinette angereichert. Sie könnten aber – wie die Raps – mehr Durchschlagskraft vertragen. Mit «3πR» liefert Rapbau eine solide EP ab – mit Luft nach oben.

[...]

Rapbau – 3πR, erhältlich ab 2. Februar u.a. bei Rocksi oder iTunes. Plattentaufe: Fr. 1. April, 24h, am BScene-Festival im Volkshaus Basel (mit Samoon & Open Mindet, Makale)

 

Erschienen: 23.02.2011
Geschrieben von Joël Gernet
Quelle: http://blog.bazonline.ch/schlaglicht/index.php/1283/von-hoffnungstragern-und-mochtegern-stars/




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Rapbau – 3πR

Dienstag, den 01. Februar 2011 um 14:27 Uhr

Die Basler RapBau-Truppe ist wieder im Einsatz und hat eben ihr neustes Bauwerk fertiggestellt. Gerade mal fünf Jahre hat es gedauert, von der (Bier)-Idee, eine Hip-Hop-Combo zu gründen bis zum Erscheinen des bereits zweiten Albums „3πR“.
Ein flottes Tempo, das die Wortarchitekten Otaku, Trigger MC und MR. L.I.M.E. an den Tag legen. Nicht nur das Tempo, sondern auch die Stossrichtung stimmt spätestens seit dem Beizug musikalischer Unterstützung: E-Gitarre, E-Bass, Organ und wahlweise Saxophon oder Klarinette ergänzen die Rap-Combo seit 2010.

„3πR“ könnte fasst als Konzeptalbum bezeichnet werden. So werden fast ausnahmslos gesellschaftskritische Themen wie Jugendgewalt, Teilnahmslosigkeit und gleichgültige, sich im Kreis drehende Menschen angesprochen. Auf Baseldeutsch gerappt hinterlässt das Album mit kahlgrauem Cover einen weitgehend melancholischen, düsteren Eindruck. Musikalisch werden die groovenden Beats mit Elementen aus Jazz und Funk unterlegt und bei einzelnen Songs wie „Summer In Dr Stadt“ sind Kälte, Probleme und der Alltag für einen kurzen Augenblick vergessen. Ein Track über die Schönheit eines Sommertags in Basel und ein Geschenk an Basel Tourismus, sagt die Band selbst. Eine schön soulige Nummer zum Schluss mit den Gastvocals von Eva Lehmann ist „Und los“. Der perfekte Abschluss und die Antwort auf die zuvor angesprochenen Themen und Fragen von „3πR“.

 

Erschienen: Februar 2011
Quelle: http://fingerzeig.ch/locals/2011/02/06/rapbau-3%CF%80r/



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Abstimmen übers Abstimmen: Rapbau fordern «Mehr Demokratie!» und Stimmrecht am 26. September – gratis Download

Dienstag, den 14. September 2010 um 21:31 Uhr

«Was isch e Ussländer?» fragt Rapbau, das Basler Newcomer-HipHop-Trio im neuen Track «Mehr Demokratie!». Nun: Ein Ausländer in der Schweiz ist jemand, der keinen Schweizer Pass hat. Doch so einfach ist es nicht: In Basel aufgewachsene Migranten ohne den rotweissen Pass können über kantonale Vorlagen nicht abstimmen (wie z.B. in den Kantonen Jura oder Neuenburg oder auf Gemeindeebene auch in Wald, Appenzell-Ausserrhoden ...), auch wenn es sie genauso betrifft wie die Schweizer Basler. Falsch, finden Rapbau und rappen: «Mensch bliibt Mensch».

Den Song «Mehr Demokratie!» haben Otaku, Trigger MC und Mr. Lime vom Rapbau speziell für die kommende Abstimmung vom 26. September 2010 in Basel aufgenommen und stellen ihn nun zum freien Download ins Netz. Runterziehen dürfen ihn alle, also auch Basler Migrantinnen und Migranten aus nah und fern, die noch nicht 5 Jahre Wohnsitz in Basel haben.

Bei der Abstimmung über die Kantonale Volksinitiative «Stimmrecht für Migrantinnen und Migranten» und den Gegenvorschlag vom 26. September 2010 sind dann wiederum nur waschechte Schweizer Basler (und Riehener ...) zugelassen. «Mehr Demokratie!» ist der erste Release des Rapbau seit der CD «Momäntuffnahm» vor genau einem Jahr. Rap und Politik, finden wir vom RFV eine echte Alternative, wie schon beim «Fumoir» von Bâleistik.

Deshalb: jetzt «Mehr Demokratie!» runterziehen!


Vorreiter Advanced Chemistry

In Deutschland war das Thema der jungen, meist seit Geburt in Deutschland lebenden Migranten (mit oder ohne Deutschpass) schon 1992 bei den Heidelberger Homies von Advanced Chemistry ein Thema: «Fremd im eigenen Land» hiess der Track, der die Situation damals auf den Punkt brachte und für längere Diskussionen sorgte. Hier das Video.

Über den Basler Rapper Black Tiger und Torch von AC gab es dann auch Freundschaften und Kollaborationen (u.a. DJ ACE feat Torch und Black Tiger, hier) über die Landesgrenzen hinweg.

Wer am Abstimmungssonntag Langeweile hat, kann sich auch das Mixtape «Deutschrap» vom Rapblog.ch runterziehen. Darauf: Alte Helden in gewohnter Frische.

Mehr zur Abstimmung am 26. September in Basel-Stadt gibt es hier.

 

Erschienen: 14.09.201
Quelle: http://www.rfv.ch/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=7&idart=712



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RapBau - Momäntuffnahm

Dienstag, den 05. Januar 2010 um 14:30 Uhr

Nach vier Jahren des Jammens, Pröbelns und Feilens an den Skills sind die Basler HipHop-Lehrlinge Trigger MC (Rafi Pfister), Otaku (Marco Schock) und Mr L.I.M.E. (Amadis Brugnoni) bereit für eine erste Momentaufnahme auf CD. «Momäntuffnahm» heisst die EP mit sieben Tracks, die der RapBau kurz vor Ende des Jahres 2009 aus dem Bergwerkstollen gezogen hat.

Aufgefallen waren die drei - allesamt Anfang 20 - schon an der RFV DemoClinic im Frühling 2009, als sie mit dem besagten Track «HipHop Lehrling» als einziger Rap-Act ins Rennen zogen - und standesgemäss - trotz massivem Violinen-Sampler-Einsatz - gegen die omnipräsente Rock- und Gitarrenfront leer ausgingen.


Tempi Passati, könnte man nun in Anlehnung an den letzten Track auf der RapBau-EP sagen. Wohlan: «Momäntuffnahm» macht Spass, kommt locker und funky daher und man beschwert sich nicht allzu  gross über die schlechte Welt und die harten Zeiten da draussen, sondern frönt der Gegenwart («Entschpann!»), der Vergangenheit  (eben: «Tempi Passati») oder gar der echten Liebe («Du Bisch»). In den Lyrics von «Du Bisch» findet sich dann aber eine Line, die besagt, dass die Liebste «mi Härz gross» macht, welches vorher «vom Schmärz gschrumpft» gewesen sei - vielleicht eine Spur zu pathetisch ist das, musikalisch aber sehr eingängig inszeniert.

Mundart-HipHop ist nicht mehr so sehr am Sieden wie vor zehn Jahren, dem RapBau-Trio ist das egal. Sein Blut pulsiert in dicken Beat-Adern und man will ein Stück vom Basler HipHop-Kuchen, auch wenn Bling-Bling, Gangsta-Hood-Markierungsrituale und dicke Hosen nicht sein Ding ist. So heisst ein Song folgerichtig ja auch «Du Bisch», und nicht «Du Bitch!»

Neben dem erwähnten «Hip Hop Lehrling» sticht vor allem «Entschpann!» hervor. Von Hitze, schwitze und Nietzsche (!) wird da gerappt, eine warme Fender Rhodes besorgt den dezenten Off-Beat und so kommt «Entschpann!» als gefühlvoller Reggae Rap daher, der das Zeug hat, im Sommer 2010 so richtig die Wellen zu bügeln. Sprich: Sommerhit! Mindestens am Glaibasler Rhyufer. In diesem Sinne: Käpt’n Krattiger im und am Fluss: Bitte übernehmen Sie!

 

Erschienen: 05.01.2010
Quelle: http://www.rfv.ch/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=39&idart=580




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Die Vollblutamateure

Montag, den 09. November 2009 um 14:19 Uhr

Am Samstag, 14. November, feiern die drei Basler Jungs von Rapbau die Plattentaufe ihrer EP "Momäntuffnahm" im Culturium. Tink.ch hat sie vor einer Woche in ihrem Bandraum im Herzen des Kleinbasels besucht.

"Rapbau is back" stand vor zwei Wochen noch auf der Homepage. Doch: "Eigentlich waren wir nie wirklich weg", dementiert Amadis Brugnoni (22), alias MR. L.I.M.E., von Rapbau. "Wir hatten einfach eine lahme Phase", ergänzt TriggerMC. Der Student heisst mit bürgerlichem Namen Raphael Pfister (20). "Auch haben wir die Deadline für die fertige CD immer wieder hinausgeschoben", erzählt der Dritte im Bunde Marco Schock (21), alias Otaku. Die drei sitzen auf den tiefgelegenen Sofas in ihrem Bandraum. Durch das Kellerfenster ist in der Ferne der Verkehr der Kleinbasler Strassen zu hören. Doch jetzt ist Endspurt angesagt. "Es muss noch viel getan werden", sagt Amadis. "Zu viel", fällt ihm Marco ins Wort und Raphael zählt grinsend auf: "Die Songs müssen noch fertig gemixt werden, das Layout ist noch nicht definitiv. Und dann müssen die CDs natürlich noch vervielfältigt werden." Die Liste scheint zu lange für diese kurze Zeit. Doch die drei haben auch Helfer, so übernimmt ein Freund das Schneiden des Videoclips.

"Das war eine interessante Erfahrung", meint Raphael. Die anderen grinsen nur. "Sagen wir es so", fährt er fort, "die Schminke war definitiv eine Neuheit. Wir haben aber sehr professionell gewirkt." "Vergiss es! Wir sind nicht professionell", fällt ihm Amadis ins Wort. "Aber wir sind professioneller geworden", erwidert Raphael, "Jetzt sind wir nicht mehr Amateure, sondern Vollblutamateure." "Verändert haben wir uns schon", diskutiert Marco mit, "Wir haben inhaltlich gesehen mehr auszusagen, als noch vor ein paar Jahren."

Von der pubertierenden Schülerband, die über ihre Schule rappt, zu Erwachsenen, die ihre Gigs selber organisieren und auch mit Livemusik vor einem sehr gemischten Publikum auftreten; nur ihre Kritikunfähigkeit ist dieselbe geblieben, wie sie während des Gesprächs immer wieder – in der typischen Basler Ironie - betonen.

Nach dem Interview hören sich die Freunde die (noch nicht ganz) fertigen Tracks an, die sie im Verlauf der letzen Monate bei Amadis zu Hause aufgenommen haben, um ihnen den letzten Schliff zu verpassen. Denn die Plattentaufe naht.

 

Erschienen: 09.11.2009 auf www.tink.ch
Geschriben von Jasmin Back.
Quelle: http://www.tink.ch/new/article/2009/11/09/die-vollblutamateure/




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Eigengewächse stechen (Auszug)

Montag, den 03. September 2007 um 21:15 Uhr

JugendKulturFestival
Während die drei Gagen-gestärkten Prestige-Bands aus dem Ausland enttäuschten, bewiesen sich hiesige Newcomer und Aussenseiter in Bestform.

[...]

Als ähnlich niederschwellig erwies sich die gegen den Klosterberg-Abhang gestellte Bühne: Hier eröffnet am Samstag das junge Trio «RapBau» und gibt sein erstes «richtiges» Konzert. Im Unterschied zu anderen Newcomern (etwa dem Möchtegern-«Aggro»-Schergen Kaplan am Vortag) haben die beiden Rapper mit dem DJ lange genug an ihren Sachen gearbeitet: eminenter Wortwitz ohne Floskelgeplapper und Fäkaliensprache, nicht zu knappe Selbstironie und Hiebe auf das eigene Genre (bestens später auch die Kleinbasler «Easy Ulyssening» auf dem Theaterplatz), präzise Beobachtungsgabe mit entsprechender Erzähldichte.

[...]

Erschienen: 03.09.2007
Geschrieben von Urs Grether
Quelle: Basellandschaftliche Zeitung




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